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Bewerben, aber richtig!!
Vorwort
Wer sich für eine neue Stellung interessiert, möchte sein persönliches Umfeld
verbessern, sucht vielleicht die erste Stelle, oder ist mit der jetzigen Position
nicht mehr zufrieden beziehungsweise seine jetzige Firma ist in Schwierigkeiten.
Wenn jemandem bereits gekündigt ist, oder er bereits arbeitslos ist, erschwert
das meistens die Suche. Die Persönlichkeit ist durch diesen Druck vielleicht
schon verändert oder stark unter Druck geraten.
Wenn wir, als Personalberater den Eindruck von Ihnen haben, daß Sie für die
ausgeschriebene Stelle geeignet sind, können wir Ihnen in vielen Punkten
behilflich sein. Wir sprechen mit Ihnen immer dann, wenn die fachlichen
Qualifikationen allem Anschein nach passen. Dann machen wir uns ein Bild
von Ihnen und teilen Ihnen dieses auch mit. Wir sagen Ihnen warum sie besonders
geeignet aber auch warum sie nicht geeignet sind. Wir besprechen mit Ihnen,
was uns an Ihnen, bzw. Ihren Unterlagen gefallen oder nicht gefallen hat.
Das wird Ihnen zukünftig auch bei anderen Bewerbungen behilflich sein.
Natürlich ist es auch für uns eine Erleichterung, wenn Sie die folgenden
Punkte beachten.
Für die erste Kontaktaufnahme reicht uns jedoch ein Lebenslauf, eine
Kurzbewerbung in unseren Internetseiten, oder ein qualifiziertes Telefongespräch.
Inhalt
Bevor Sie sich bewerben...
Wenn Sie zwei grundsätzliche Fragen für sich geklärt haben, werden Sie wesentlich effektiver zum Ziel kommen:
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1. Wo stehe ich? |
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2. Wo will ich hin? |
So profan diese Fragen klingen, so wirkungsvoll sind die Antworten!
Bestandsaufnahme
Zur Ausbildung:
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Würden Sie heute wieder Ihren Ausbildungsweg einschlagen?
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Was würden Sie evtl. ändern?
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Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?
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Welchen Beruf würden Sie lieber ausüben?
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Welche Schritte in Ihrer Ausbildung waren überflüssig/besonders wichtig? |
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Welche Kurse oder Fortbildungsmaßnahmen hätten Sie auch selbst bezahlt?
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Welche privaten Fähigkeiten oder Hobbys könnten künftig beruflich bedeutsam werden?
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Beantworten Sie sich diese oder weitere Fragen so klar und aufrichtig wie möglich! Erfahrungsgemäß weicht das Selbstbild von dem Eindruck, den Sie tatsächlich hinterlassen, häufig ab. Bitten Sie daher Ihren Personalberater, Partner oder gute Freunde zu überprüfen, ob Ihre Antworten auf alle diese Fragen glaubhaft, und auf Sie zutreffend sind.
Zum Berufsweg:
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Wie bezeichnen Sie die Stationen in Ihrem bisherigen Berufsweg?
Wie läßt sich Ihr Verantwortungsbereich bemessen (z.B. Anzahl
Geschäftskontakte/Kunden, Umsatz, Budget, Anzahl Mitarbeiter, besondere
Kompetenzen, Vertretungsberechtigung, Umgang mit vertraulichen
Informationen, etc.)?
Welche besonderen Erfolge können Sie vorweisen, wo haben Sie das
Betriebsergebnis des Unternehmens(Bereiches) gesteigert, Kosten gespart,
Märkte erschlossen, Problemlösungen entdeckt, Kunden gewonnen oder
sonstige Leistungen vollbracht?
Welche Entscheidungen bis zu welcher Tragweite konnten Sie selbst treffen?
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Ihre Stärken
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Welches sind Ihre ausgeprägtesten persönlichen Stärken und Neigungen?
Welche Tätigkeiten gehen Ihnen besonders leicht von der Hand?
Schaffen Sie es, andere Menschen von ihren Ideen zu begeistern?
Gelingt es Ihnen, komplizierte Sachverhalte einfach zusammenzufassen?
Sind sie der ruhende Pol in einer hektischen Umgebung?
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Wenn Sie sich hier nichts vormachen, ist das ein wesentlicher Schritt zum Erfolg!
Ihre Selbstsicherheit
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Was waren die 5 größten Erfolge in Ihrem Leben?
Welche Ihrer Leistungen fanden besonderes Lob?
Wofür bewundern Sie Partner/Eltern/Kinder/Freunde?
Was würde wohl die bei Ihrer Pensionierung von den Laudatio-Rednern
herausgestellt, nach dem Muster "Er/Sie war stets/vollbrachte/kämpfte für ...."?
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Gegenprobe:
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Geben Ihre Zeugnisse das nun entstandene Bild wieder?
Welche Ihrer Fähigkeiten, die in den Zeugnissen hervorstechen, haben Sie bei Ihrer
Bestandsaufnahme vergessen?
Welche Aussagen in den Zeugnissen widersprechen Ihrem Selbstbild?
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Tip: Wenn Sie die berühmt berüchtigten geheimen Formulierungen Ihrer Zeugnisse nicht ver-
stehen, wir helfen Ihnen. Senden Sie uns die unklare Formulierung oder
besser das komplette Zeugnis per Email. Beachten Sie dazu auch den Punkt "Kündigung und
Zeugnis" in diesem Ratgeber.
Zielbestimmung
Werden Sie sich klar über Ihre persönlichen Ziele.
| Führung: | eine einflußreiche Führungsrolle erlangen. |
| Fachwissen: | auf irgendeinem Fachgebiet eine Autorität werden. Fach
männisches Geschick und Vollkommenheit erreichen. |
| Prestige: | bekannt werden. Anerkennung Auszeichnung oder einen hohen
sozialen Status erlangen. |
| Dienst: | zur Zufriedenheit und zum Wohlergehen anderer beitragen.
Denen helfen, die Hilfe brauchen. |
| Vermögenserwerb/Komfort: |
viel Geld verdienen. Größtmögliches materielles Wohlbefinden für sich selbst und die Familie erreichen. |
| Unabhängigkeit: |
die Möglichkeit haben, frei zu denken und zu handeln, sein eigenen Herr sein. |
| Zuneigung: |
ein glückliches Familienleben entwickeln, Geselligkeit, Freund
schaft, Wärme erlangen und austauschen innerhalb der engeren Familie, mit Freunden, am Arbeitsplatz. |
| Sicherheit: |
eine sichere und beständige Stellung in beruflicher und
finanzieller Hinsicht erlangen. |
| Selbstverwirklichung: |
die bestmögliche persönliche Entfaltung erreichen. Die eigenen
latenten schöpferischen Fähigkeiten voll verwirklichen. |
| Idealismus: |
sich sozialen und/oder politischen und/oder religiösen Werten
verschreiben. Das Leben mit diesen Werten in Übereinstimmung bringen. Verantwortung für das Realisieren dieser Werte übernehmen. |
| Vergnügen: |
das Leben genießen, glücklich sein und sich vergnügen. |
| Gesundheit: |
körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden behalten oder erlangen. |
Verfolgen Sie Ihre Ziele konsequent? Nutzen Sie Ihre Zeit optimal? Fragen Sie Parner/ Freun-
de/ Eltern, was sie von Ihrer Zielsetzung halten.
Wenn Sie jetzt ein klares Bild Ihrer persönlichen Ziele haben, können Sie nun die beruflichen
Ziele festlegen. Nehmen Sie sich Zeit und beantworten Sie ganz in Ruhe aber schriftlich für
sich selbst diese Fragen. Überlegen Sie genau was Ihnen wichtig ist und lassen Sie offen, was
Ihnen weniger wichtig erscheint.
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Welche wesentlichen Merkmale muß mein neues Beschäftigungsverhältnis
aufweisen?
Streben Sie einen bestimmten Titel an?
Sind Sie bereit für einen Prestigewert (Titel, namhafter Arbeitgeber)
Gehaltseinbußen hinzunehmen?
Welches Gehalt streben Sie an? Mit wieviel sind Sie in der Probezeit einverstanden?
Sind Sie bereit auf Kosten Ihres Privatlebens Überstunden, Dienstreisen, etc.
auf sich zu nehmen?
Ist es entscheidend, wieviele Mitarbeiter an Sie berichten würden,
oder welchen Rang Ihr Chef innehat?
Was ist zum Umfeld des künftigen Arbeitsplatzes zu sagen? Bestehen Sie z.B. auf
"Einzelzimmer"?
Welche Betriebskultur bevorzugen Sie? Kleine oder große Betriebe? Glauben
Sie an Unterschiede bei einer deutschen, europäischen, amerikanischen oder
asiatischen Unternehmensführung?
Auf welche Arbeitsmittel (PC, Email, Mobiltelefon) möchten Sie nicht verzichten?
Ist ein Dienstwagen für Sie entscheidend?
(Tip: Überprüfen Sie abhängig von der Entfernung zum Arbeitsplatz ob die Anschaf-
fung eines KFZ für Sie evtl. steuerlich günstiger wäre.)
Welche Karrierechancen wollen Sie in den nächsten zwei, fünf oder zehn Jahren nutzen?
Welche neuen Erfahrungen möchten Sie machen?
Welche Nebenleistungen sind für Sie wichtig (Fahrgeld, Lebens-/ Direktversicherung,
Essensgeld, Aktien(Optionen), Betriebsrente, Fortbildung, ...)?
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Je genauer Sie jetzt Ihre neue Stellung beschreiben, desto leichter fällt Ihnen die Auswahl der Angebote.
zum Inhalt
Die Auswahl der Angebote.
Mit der geleisteten Vorarbeit ist dieser Punkt im Telegrammstil abzuhandeln. Sie wissen ja
schon was Sie wollen. Diese Checkliste hilft die Angebote schnell zu sortieren:
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Paßt die Position zu Ihren Zielen?
Kennen Sie das Unternehmen? Wenn Sie hier nicht sicher sind, sehen Sie
nach, ob das Unternehmen mit einer eigenen Homepage im WWW vertreten ist.
Erfüllen Sie die Anforderungen?
Wie wirkt der Anzeigentext auf Sie?
Können Sie einen Bekannten oder Ex-Kollegen zu dem Unternehmen befragen?
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Bevor Sie nun spontan eine Bewerbung verfassen oder zum Telefon greifen, um das Unter-
nehmen anzurufen und mehr über die Stelle zu erfragen, lesen Sie weiter!
Professionell bewerben
Mit Ihrer Bewerbung liefern Sie einen ersten Eindruck von Ihrer Arbeitsweise. Sie geben Ihrem
potentiellen künftigen Arbeitgeber die Chance, Sie von Beginn an positiv zu beurteilen
oder Sie gleich aus dem Kreis der Bewerber auszuschließen. Sorgen Sie dafür, daß dieses Urteil
tatsächlich gut für Sie ausfällt! Zwei Fragen sollten Sie vorab für sich klären:
Post oder Email? Sie bewerben Sie bei einem Unternehmen, das eine Stellenanzeige im In-
ternet aufgibt? Nun, dann können Sie davon ausgehen, daß sie hier jemanden vorfinden, der
für moderne Kommunikationsmedien offen ist. Nutzen Sie Ihren Vorsprung!
Tip: Wenn die Stellenanzeige eine Bewerbung per Email vorschlägt, fahren Sie zweigleisig!
Nutzen Sie die elektronische und die konventionelle Methode. Letztere schon deshalb, weil Sie
nur so sinnvoll Ihr Bewerbungsfoto einbringen können.
Wenn die Stellenanzeige die elektronische Bewerbungsmöglichkeit nicht erwähnt, antworten
Sie nur per Brief; verzichten Sie hier auf ein -Email!
Die zweite Frage stellt sich bei der telefonischen Rückfrage. Häufig ist in der Stellenanzeige
ein Ansprechpartner und eine Telefonnummer für Rückfragen angegeben. Wenn Sie dieses
Angebot nutzen, kommt dies einer telefonischen Vorabbewerbung gleich. Beachten Sie diese
Regeln:
Rufen Sie nicht spontan an!
Am besten bereiten Sie sich gut vor und notieren sich, welche konkreten Fragen zur Bewerbung Sie haben.
Sofern ein Ansprechpartner angegeben ist, sprechen Sie nur mit der angegebenen Person über Ihre Bewerbung.
Fragen Sie nichts, was bereits in der Anzeige beantwortet wird.
Machen Sie sich bewußt, daß Sie evtl. nicht der einzige Anrufer sind. Schonen Sie die Nerven Ihres potentiellen Vorgesetzten oder Personalchefs.
Holen Sie sich einen "Aufhänger" zu Ihrem Anschreiben für Ihre schriftliche Bewerbung.
Stellen Sie eine fachlich auf die Position bezogene Frage. Wenn es z.B. um eine Posi-tion im Vertrieb geht, fragen Sie nach der Anzahl der zu betreuenden Kunden.
Stellen Sie die Frage so, daß Sie eine zusätzliche Information zur Position bekommen, die nicht nebensächlich ist.
In jedem Fall schaffen Sie einen Aufhänger für Ihr Anschreiben: Wenn Ihr Gesprächs-partner die Frage nicht beantworten kann oder will, können Sie in Ihrem Anschreiben die Frage neu aufgreifen. Hier wieder mit dem Beispiel Vertrieb: "...In einem persönli-chen Gespräch würde ich gerne noch meine Fragen zur Kundenstruktur klären ...".
Wenn Sie eine Antwort bekommen haben, machen Sie im Anschreiben deutlich, daß Sie mit dieser Information etwas anfangen können:
"... bei der von Ihnen genannten Kundenzahl scheint mir eine 4-wöchige Besuchsfre-quenz sinnvoll. Mit dieser Betreuungsmethode bin ich vertraut ..."
Quittieren Sie das Gespräch positiv. z.B. "Nach unserem Gespräch bin ich sicher, daß ich mich bei Ihnen bewerben will. Meine Unterlagen werde ich Ihnen noch heute/bis zum zusenden".
Die gute Form
Für Ihre schriftliche Bewerbung sollten Sie eine Reihe von Formvorschriften beachten. Hier ist es wichtig, daß Sie auch mit der Gestaltung Ihres Lebenslaufes Ihr Ziel verfolgen:
Auffallen - aber positiv!
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Handschriftliche Bewerbungen sind 'out'. Wenn nicht ausdrücklich danach verlangt wird
nutzen Sie PC und Drucker. Wenn ausdrücklich danach verlangt wird, sollten Sie sich
überlegen, ob Sie sich beim richtigen Unternehmen bewerben...
Nutzen Sie maximal zwei Schrifttypen, besser nur eine.
Vermeiden Sie Spielereien mit fett/kursiv/unterstrichen. Beschränken Sie sich wenn
überhaupt auf eine Hervorhebung.
Das linke Viertel bis Drittel der Seite sollte der jeweiligen Zeitangabe vorbehalten sein.
Als Fußnote eignen sich Adresse, Telefon, und evtl. Fax. Geben Sie ruhig Ihre Email
Adresse an.
Eine zweite Seite sollten Sie nur verwenden, wenn Sie bei mehr als zehn Berufsjahren
nicht mit einer Seite auskommen. Eine dritte Seite ist absolut tabu!
Wenn Sie zwei Seiten benötigen, achten Sie darauf daß auch auf der zweiten Seite Ihr
Name, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer ersichtlich sind.
Verwenden Sie geeignetes Papier guter Qualität. Keine Übertreibungen mit Strukturpa-
pier, koloriertem Papier o.ä.
Lassen Sie oben rechts Raum für Ihr Foto.
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Lebenslauf
Ihr Lebenslauf ist die erste und oft wesentlichste Unterlage, anhand der Ihr
potentieller neuer Arbeitgeber oder Berater Sie beurteilt. Bewährt hat sich ein
knapper, sachlicher Text, der alle möglichen Fragen zu Ihrem Werdegang klar
beantwortet. Für den elektronischen und für den schriftlichen Lebenslauf gilt,
abgesehen von Gestaltungsfragen, das Gleiche. Beachten Sie diese Checkliste:
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Gliedern Sie die Bewerbung nach 'Persönliche Daten', 'Ausbildung', 'Beruf'
Faustregel: 60% Beruf, 30% Ausbildung, 10% persönliches.
Als Berufsanfänger beachten Sie diese Aufteilung: Privat 20%, Ausbildung 80%.
Stellen Sie Ihre Person in den Vordergrund, aber nicht in den Mittelpunkt.
Verzichten Sie auf die Auflistung alltäglicher Hobbys (Lesen, Schwimmen,
Heimgarten, Fußball, etc.). Wenn Sie Ihre Leidenschaft für Triathlon oder
Ihren Sieg beim letzten Wettbewerb im Springreiten angeben, denn müssen
Sie sich im Klaren sein, daß Sie hier ein deutliches Signal setzen: Ich bin
freizeitorientiert.
Nennen Sie Ihr Geburtsdatum, und -ort sowie Ihren Familienstand zuerst.
Wenn Sie Kinder haben, geben Sie sie mit Geschlecht und Alter an. z.B.
"Zwei Töchter (3 und 7 Jahre), ein Sohn (5)"
Verzichten Sie auf evtl. Geburtsnamen, Hochzeitsdatum, Namen der Kinder, etc.
In einer modernen Bewerbung haben Namen und Beruf Ihrer Eltern nichts
zu suchen.
Bei mehr als zehn Jahren Berufspraxis sollten Sie nur den letzten abgeschlossenen
Ausbildungsschritt aufführen; ansonsten alle Schritte inkl. Grundschule.
Nennen Sie Art der Schule/des Institutes, den Abschluß, und beim letzten Abschluß die
Abschlußbewertung.
Bundeswehr bzw. Zivildienst auch mit Datum, Ort, Aufgabe und evtl. Waffengattung
und letztem Dienstgrad angeben.
Fortbildungsmaßnahmen nicht übertrieben darstellen. Führen Sie nur die wirklich rele-
vanten Nachweise auf, z.B. "IHK. Zulassung zum betriebl. Ausbilder".
Lassen Sie Ausbildungsnachweise für ungenannt vorausgesetzte Fähigkeiten komplett weg.
Urkunden "Einführung in Windows" oder "Elektronische Textverarbeitung" wirken
eher komisch.
Berufliche Schritte klar darstellen: Firma, Ort, Aufgabe, Verantwortung. Evtl. auch Um-
satzverantwortung/Budget, Mitarbeiter, Ergebnisse.
Änderungen der Position innerhalb derselben Firma nicht in der linken Spalte zeitlich
herausstellen.
Achten Sie darauf, daß keine ungeklärten Lücken im Zeitablauf sind. Auch einzelne
Monate ohne Beschäftigung sollten klar sein, z.B. "Nov. 1991 Aufenthalt in USA" oder
"Juni 1987 arbeitslos".
Klar, daß die Bewerbung, also auch der Lebenslauf in der gleichen Sprache verfaßt
wird wie die Stellenanzeige. In einer deutschen Bewerbung hat z.B. ein englisch-
sprachiges "c.v." bzw. "curriculum vitae" nichts zu suchen.
Wenn Sie vermuten, daß ein internationales Gremium Ihre Bewerbung prüfen wird, fra-
gen Sie per Telefon, ob ein englischer Lebenslauf hilfreich ist.
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Häufig ist das erste Beurteilungskriterium, das ein Betrachter aus Ihrem
Lebenslauf ermittelt, die durchschnittliche Verweildauer in den einzelnen Positionen.
Wenn dieser Wert unter 2 Jahren liegt oder Sie insgesamt mehr als 8 Arbeitgeber
hatten, besteht die Gefahr daß sie schon sehr früh im Selektionsprozeß
aussortiert werden. Um dies zu vermeiden, erläutern Sie besondere Gründe für
die Beendigung des Arbeitsverhältnis. Vom Unternehmen begründete Schritte
(Konkurs, Umzug in eine andere Stadt, etc.) können Sie im Lebenslauf bei
der Tätigkeit angeben. Persönliche Gründe für einen Wechsel, wie z.B. Heirat,
Scheidung oder Todesfall in der Familie erwähnen Sie besser im Anschreiben.
zum Inhalt
Ein Bild sagt mehr ...
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Vergessen Sie private Fotos und Passbildautomaten!
Nutzen Sie die Erfahrung eines Berufsfotografen. Diese ca. DM 70,- sind bestens an-
gelegt.
Kleiden Sie sich für das Foto, so wie Sie sich für das Bewerbungsgespräch kleiden
würden: Seriös aber nicht übertrieben förmlich.
Lassen Sie mehrere verschiedene Aufnahmen machen: Unterschiedlicher Hintergrund,
Lichtvarianten, von links und von rechts, ernstes und fröhliches Gesicht, Farbe und s/w.
Wählen Sie später mit Hilfe des Fotografen ein oder zwei geeignete Aufnahmen aus,
die Sie dann für die Bewerbungen verwenden.
Bei guten Fotografen bezahlen Sie nur die Aufnahmen, die Sie auch kaufen und das
Negativ verwahrt der Fotograf für spätere weitere Abzüge.
Das Format des Fotos sagt auch etwas über Sie aus. 4x6 cm wirkt weniger aufdring-
lich als 6x9 cm. Größer oder kleiner als diese Maße sollte Ihr Foto nicht sein.
Kleben Sie Ihr Foto oben rechts auf Ihren Lebenslauf. Ein Klebestift à la Pritt hat sich
hier bewährt. Vermeiden Sie Briefklammern weil Ihr Foto so auf dem Versandweg zer-
kratzt oder lose im Umschlag ankommen könnte. Eine Befestigung mit Heftklammern
oder "Tackern" wäre schlicht stillos.
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Die Anlagen
Sind alle Anlagen komplett? Haben Sie Zeugnisse oder andere Belege für alle aufgelisteten
Tätigkeiten?
Das Zeugnis mit dem jüngsten Datum folgt dem Lebenslauf, das Älteste zum Schluß.
Sparen Sie nicht bei der Qualität der Kopien. Wenn Sie Unterlagen verwenden, die Sie evtl.
bereits früher versandt hatten, stellen Sie sicher, daß keine Notizen, Kaffeeflecken, etc. darin
sind.
Mit dem Anschreiben überzeugen
Das wichtigste zu Beginn: Das Anschreiben ist wichtig, aber nicht entscheidend. In vielen Rat-
gebern wird es zu Unrecht überbewertet. Wesentlich für die Beurteilung ist Ihr Lebenslauf.
Das Anschreiben gilt als Einleitung und sollte als Interessewecker genutzt werden. Wecken
Sie Interesse für sich! Bevor Sie sich mit Formulierungen des Anschreibens auseinanderset-
zen nehmen Sie sich den Text der Anzeige unter die Lupe. Lesen Sie ihn mehrmals durch.
Versetzen Sie sich in die Situation des Verfassers. Notieren Sie für sich:
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Welche Tätigkeiten/Fähigkeiten/Erfahrungen werden genau verlangt?
Was scheint dem Verfasser besonders wichtig zu sein?
Welche Rückschlüsse lassen sich aus den Formulierungen im Text auf den von Ihnen
zu wählenden Briefstil ziehen?
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Gliedern Sie Ihr Anschreiben in drei Bereiche (ohne diese Gliederung im Schreiben hervorzu-
heben):
| 1. |
Ihre Qualifikation in Bezug auf die Tätigkeit
Gehen Sie auf die Anzeige ein und erläutern Sie, mit welchen Ihrer Fähigkeiten und
Erfahrungen die im Anzeigentext dargestellten Aufgaben bewältigt werden. Finden Sie
mehrere Ansätze dazu.
Beschreiben Sie sich mit konkreten Beispielen aus Ihrer Berufspraxis/ Ihrem
Ausbildungsschwerpunkt.
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| 2. |
Ihre Motivation, genau diese Aufgabe zu übernehmen
Gehen Sie darauf ein, was an dieser speziellen Aufgabe Sie interessiert.
Schreiben Sie ruhig, wenn es den Tatsachen entspricht, was an dem Unternehmen
oder den Produkten des Unternehmens sie begeistert: "Ich wollte schon als Jugendli-
cher immer mit Lastwagen zu tun haben"; "Für die ABC-Firma zu arbeiten übt einen
ganz besonderen Reiz auf mich aus"
Wenn Sie eine ungekündigte Stellung verlassen wollen, erklären Sie die
Motivation dafür: " ... gibt es für mich keine Chancen mich beruflich
weiterzuentwickeln...", "...die Einstellung der hauseigenen Produktion
verkleinert meinen Wirkungsbereich ...", "... sehe ich nach Abschluß meiner Aufgabe
als Projektleiter keine weiteren ..."
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| 3. |
Die nächsten Schritte
Bieten Sie an, Ihre Qualifikation bei einem persönlichen Gespräch zu überprüfen.
Falls Sie schwer zu erreichen sind, erklären Sie, wann und wie die beste Möglichkeit
besteht, mit Ihnen telefonisch Kontakt aufzunehmen.
Gehen Sie nach dieser Gliederung vor und beachten Sie zusätzlich:
Adressieren Sie Ihr Schreiben an die in der Anzeige genannte Person.
Schreibfehler wären hier besonders peinlich.
Geben Sie als Betreff an, auf welche Anzeige Sie sich beziehen, wo die Anzeige er-
schien und wann.
Ihr Anschreiben muß auf einer Seite Platz finden!
Erwähnen Sie evtl. Ihr Telefonat. Nutzen Sie die daraus gewonnene Information
deutlich.
Werden Sie nicht voreilig oder gar unverschämt! Keine Formulierungen wie
"ABC-Firma und ich passen hervorragend zusammen" oder "meine Fähigkeiten wer-
den Sie sehr schnell zu schätzen wissen.
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Tip: Wenn Sie zusätzliche Information besonders nachdrücklich hervorheben wollen,
dann nutzen Sie das P.S. Hier könnte z.B. stehen: "Auf Wunsch nenne ich Ihnen Namen und Tele-
fonnummern meiner bisherigen Vorgesetzten als Referenz" oder "Ihr ehemaliger Mitarbeiter
Hans Huber ist heute mein Kollege und könnte als Referenz dienen"
In einigen Fällen findet sich in der Stellenanzeige eine Formulieren wie "... Ihre aussagekräfti-
ge Bewerbung mit Gehaltsvorstellung...". Glücklicherweise ist die Frage nach dem Gehalt im-
mer seltener ein Thema der ersten Kontaktaufnahme. Sollte dennoch die von Ihnen ausge-
wählte Anzeige diese Aufforderung enthalten, müssen Sie eine Entscheidung treffen:
| 1 |
Sie ignorieren die Aufforderung und riskieren aussortiert zu werden. |
| 2 |
Sie nennen einen Betrag. |
| 3 |
Sie finden eine Formulierung nach dem Muster "Bei einem persönlichen
Gespräch, in dem ich mehr zur Position und deren Umfeld kennenlernen möchte, kann
ich meine fairen Gehaltsforderungen klar formulieren.
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Niemand kann Ihnen diese Entscheidung abnehmen. Es gibt hier keine Patentlösung.
Letzte Tips
Ihre Bewerbung wird nur eine von vielen sein. Sie machen positiv auf sich aufmerksam, wenn
Sie auf Effekthascherei verzichten und dafür dem Leser Ihrer Bewerbung seine Aufgabe er-
leichtern.
Ihr Lebenslauf und alle Anlagen werden gelocht und in einem Schnellhefter gebunden. Ver-
wenden Sie auf keinen Fall Prospekthüllen, diese kosten nur Geld und erschweren dem Personalsachbearbeiter unnötig die Arbeit!
Das Anschreiben wird weder gelocht noch abgeheftet! Verfassen Sie ein Deckblatt, das vor
dem Lebenslauf liegt. Auf diesem Deckblatt findet der Leser Ihren Namen, Adresse, Email und
die Telefonnummer(n) unter denen Sie erreichbar sind.
Wenn es sich um eine Chiffreanzeige handelt, wissen Sie im Vorfeld nicht, wo Ihre Bewerbung
letztlich ankommt. Falls Sie bestimmte Empfänger ausschließen möchten, können Sie dies mit
sogenannten Sperrvermerken tun. Ihre Bewerbung
legen Sie in einen Umschlag, auf dem Sie vermerken, bei welchen Unternehmen Sie sich
nicht bewerben möchten. Auf diesen Umschlag notieren Sie ggf. die Chiffre. Dieses Kuvert
legen Sie in ein weiteres Kuvert, das Sie an den Verlag richten und das nicht die Chiffre trägt,
dafür jedoch den Vermerk 'Achtung: Sperrvermerk'. Der
Verlag ist dann verpflichtet, die Bewerbung an Sie zurückzusenden, wenn der Sperrvermerk
erfüllt ist. Machen Sie sich klar, daß Sie auch Absagen bekommen werden. Setzen Sie sich
Ziele. Schreiben Sie sich auf, wieviele Einladungen Sie pro zehn Bewerbungen erwarten.
zum Inhalt
Das Vorstellungsgespräch
Wenn Sie die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bekommen, haben Sie einen wesent-
lichen Erfolg zu verbuchen: Sie haben die Chance sich persönlich zu präsentieren.
Bestätigen Sie den Termin schriftlich.
Falls der Benachrichtigung ein Personalfragebogen beiliegt, füllen Sie ihn aus. Wenn Sie si-
cher sind, daß der Fragebogen auf dem Postweg bis zu Ihrem Vorstellungsgespräch an-
kommt, dann schicken Sie ihn sofort ab. Ansonsten nehmen Sie ihn mit zum Gespräch.
Vorbereitung
Versorgen Sie sich mit Informationen zum Unternehmen wie Umsatz der letzten
Jahre, Anzahl Mitarbeiter, Geschäftsfelder, Wettbewerber, evtl. Aktienkurs. Diese
und mehr Informationen liefert der Geschäftsbericht des Unternehmens, den Sie sofort anfor-
dern sollten. Eine weiter Informationsquelle liefert evtl. die Web-Site des
Unternehmens.
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Planen Sie die Anreise im Detail. Falls der Termin sehr früh Morgens liegt, sollten Sie
evtl. einen Tag früher anreisen und übernachten.
Denken Sie bei der Zeitplanung an Verzögerungen durch Stau, längere Wege auf dem
Firmengelände, Sicherheitskontrolle, etc.
Als Gesprächsunterlagen sollten Sie die Stellenanzeige, eine Kopie Ihrer Bewerbung,
die Einladung, und evtl. den Personalfragebogen bereithalten. Zusätzlich haben Sie
den Geschäftsbericht des Unternehmens parat.
Überlegen Sie sich wieviel Sie als Gehalt fordern wollen, falls das Gespräch darauf
kommt. Merken Sie sich die Summe als Jahresgehalt und als Monatsgehalt. Glei-
ches gilt für Ihr heutiges Gehalt.
Eine Liste mit Fragen, die Sie während des Gespräches klären wollen, müssen sie gut
vorbereiten:
Fragen zum Unternehmen, die Sie nicht aus dem Unternehmensbericht beantworten konnten.
Fragen, die durch den Geschäftsbericht aufgekommen sind.
Fragen zur Position, besonderen Anforderungen, Berichtswege, Stellenbeschreibung
Fragen zu Ihrem Vorgänger, dem Grund seines Wechsels, Dauer seines Verbleibs
Fragen zum Führungssystem, Zielvereinbarung, Bewertungssystem,
Gehaltsbemessung
Fragen zu den Leistungen Gehalt, Urlaub, Kantine, Fortbildung, etc.
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Bereiten Sie sich auf die möglichen Fragen Ihres Gesprächspartners vor. Hier eine Liste von Fragen, die besonders häufig gestellt werden:
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Bitte fassen Sie Ihren Lebenslauf mit den wichtigsten Stationen zusammen
Nennen Sie uns Ihre wichtigsten Erfolge
Welche Ihrer Stärken würde Ihr Vater/Ihre Mutter nennen, welche Schwächen?
Welche Tätigkeiten hassen Sie?
Was kritisiert Ihr heutiger Chef an Ihnen?
Wie reagieren Sie auf Stress?
Was wissen Sie über unser Unternehmen?
Warum haben Sie sich bei uns beworben?
Was muß Ihr Vorgesetzter tun um Sie zu Höchstleistungen anzuspornen?
Welche waren die besonderen Eigenschaften Ihres besten/schlechtesten
Vorgesetzen?
Nennen Sie Ihre bedeutsamsten beruflichen Fehler.
Warum soll ich Sie einstellen?
Was tun Sie zuerst, wenn Sie bei uns anfangen?
Was würden Sie an Ihrem bisherigen Leben anders machen, wenn Sie es
ändern könnten?
Was sind die Erfolgsfaktoren der angebotenen Position?
Was lesen Sie um sich weiterzubilden?
Was wollen Sie in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren sein?
Warum haben Sie sich bisher noch nicht selbständig gemacht?
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Sie müssen auch mit provozierenden und unfairen Fragen rechnen:
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Wer hat dieses Kostüm/diesen Anzug für Sie ausgesucht?
Glauben Sie daß Sie mit diesem Schmuck/dieser Krawatte Eindruck schinden
können?
Warum sind Sie so nervös?
Glauben Sie, daß Sie mit diesen Unterlagen eine Stellung finden?
etc.
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Sie müssen auch damit rechnen, daß Sie einen ungeübten Interviewer vorfinden. Dann könnte
es sein, daß Sie zumindest den Beginn des Gespräches selbst in die Hand nehmen müssen.
Stellen Sie Ihre Fragen: Wer fragt führt!
Ihr Auftreten
Kleiden Sie sich seriös, aber nicht aufdringlich. Keine Experimente! Vermeiden Sie unruhige
Farbkombinationen, Broschen, auffällige Krawatten, weiße Socken und alles, was die Auf-
merksamkeit Ihrer Gesprächspartner von Ihrem Gesicht ablenken könnte.
Wenn Sie die Gelegenheit haben, herauszufinden, wie der Kleidungsstil im Unternehmen ist,
nutzen Sie dies: Sie sollten sich ein wenig über diesem Standard einordnen.
Denken Sie daran, daß es Ihr Ziel ist, künftig an jedem Morgen ein freundlichen Lächeln vom
Pförtner, der Empfangsdame oder der Sekretärin Ihres Chefs zu bekommen. Was hält Sie
davon ab, jetzt besonders freundlich zu sein?
Nehmen Sie sich eine Tageszeitung oder ein Wochenmagazin als Lektüre mit.
Wenn man Sie warten läßt, Sie aufgeregt sind und Ihre aufgestaute Energie Sie unruhig und
nervös macht, denken Sie an etwas Schönes, das nichts mit dem heutigen Termin zu tun hat.
Wenn Sie eine Entspannungstechnik kennen, nutzen Sie diese.
Im Gespräch
Das ist Ihre Chance! Wenn Sie einen introvertierten Gesprächspartner vorfinden, gestalten Sie
das Gespräch durch offene Fragen selbst (Wie, wann, wo, wer, was).
Gehen Sie auf die Antworten Ihres Gegenüber ein. Die Faustregel: maximal 70% reden und
vor allen Dingen gut zuhören.
Fragen Sie, ob Sie sich Notizen machen dürfen. Fügen Sie neue Fragen in Ihre Frageliste ein.
Nutzen Sie die Ihre Liste um die verbleibenden Fragen am Ende des Gespräches zu stellen.
Fragen Sie niemals nach Pausenzeiten und Wochenarbeitszeiten, wenn Sie sich auf eine ge-
hobene Position bewerben. Ihr Gesprächspartner wird dieses von sich aus ansprechen, wenn
Sonderreglungen in diesem Betrieb eingeführt sind.
Körpersprache
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Bleiben Sie offen. Arme nicht verschränken.
Bauen Sie keine Barrieren aus Kaffeetasse, Schreibblock oder sonstigen
Utensilien auf.
Die Augen sind der Spiegel der Seele. Nehmen Sie sich vor, diese Chance zu nutzen
um die Seele Ihres Gesprächspartners zu ergründen. Schreiben Sie auf, was sie se-
hen. Sie kommen dann nicht erst in die Versuchung ständig den Fußboden oder Ihren
Bleistift zu fixieren.
Versuchen Sie entspannt zu sitzen ohne die Beine übereinander zu schlagen. Setzen
Sie beide Fußsohlen fest auf den Boden. Üben Sie das zu Hause. Testen Sie selbst:
setzen Sie sich an einen Tisch gegenüber Ihres Partners, oder Freunden.
Bitten Sie sie einen kurzen Satz mit den Beinen auf dem Boden, mit überkreuzten Fuß-
gelenken unter dem Stuhl oder mit überkreuzten Beinen zu sprechen. Sehen Sie den
Unterschied, auch wenn Sie nicht direkt sehen, wie die Beine stehen? Wenn Sie "mit
beiden Beinen auf dem Boden stehen" wirken Sie einfach überzeugender!
Halten Sie die Hände ruhig. Wenn Sie Aktionismus verspüren, schreiben Sie irgend et-
was auf.
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Die Quittung
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Gehen Sie nicht raus ohne das Gespräch zu quittieren. Sagen Sie daß Sie das Ge-
spräch, gut fanden, der Job sie sehr reizt, das Unternehmen Sie noch mehr als zuvor
interessiert, die Aufgaben spannend ist, oder was auch immer aus Ihrer Sicht eine faire
aber positive Quittung wäre.
Machen Sie sich einen Aufkleber an die Innenseite des Verschlusses Ihrer Aktenta-
sche, einen Knoten in das Lederband Ihrer Handtasche oder was immer Sie spätestens
Einpacken Ihrer Unterlagen an die Quittung erinnert.
Holen Sie sich jetzt auch Ihre Quittung! Fragen Sie , wie das Gespräch aus der Sichts
Verhandlungspartners verlief, was der nächste Schritt der Gespräche sein würde,
wie eine Bewertung des Gespräches darstellbar wäre, etc.
Bevor Sie gehen, prüfen Sie ob Sie alle Fragen gestellt haben.
Verabschieden Sie sich nach dem Ende des Gespräche auch von Pfört-
ner/Empfangsdame/Sekretärin und vergessen sie nicht evtl. Ihr Besucherschild wieder
abzugeben.
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zum Inhalt
Ihr neuer Arbeitsvertrag
Entscheidend sind Aufgabe, Verantwortung und Einkommen.
Nicht verhandlungsfähig sind typische Betriebs- oder Unternehmensstandards wie Wochenar-
beitszeit, Jahresurlaub, Reisekostenregelung und Probezeit.
Verhandeln Sie ein faires Einkommen, das sich zusammensetzt aus Monatsgehalt, Urlaubs-
und Weihnachtsgeld, Umsatz- und Gewinnbeteiligung (Variable
Bezüge).
Prüfen Sie, welchen echten Nutzen Sie aus Nebenbezügen wie Firmenwagen, Fahrtkostenre-
gelung, Spesenregelung oder Mitarbeiterrabatten ziehen. Beachten Sie bitte, daß solche Ne-
benleistungen verstärkt gesetzlichen Änderungen und besonderen Steuervorschriften unterlie-
gen, die diese Art von "Gehalt" in vielen Fällen unattraktiv machen.
Fragen Sie nach welchen Kriterien sich die Höhe Ihres Gehaltes bemißt; bei der Einstellung
und bei späteren regelmäßigen Gehaltsüberprüfungen.
Halten Sie sämtliche Zusagen bezüglich künftiger Vorteile wie Gehaltserhöhung nach der Pro-
bezeit, Mitarbeiteraktien, Weiterbildungsmaßnahmen, etc. im Vertrag oder einem Anhang da-
zu fest.
Wenn Sie sich für eine Vertriebsaufgabe bewerben, fragen Sie nach der Provisionsordnung
und lassen Sich diese genau erklären.
Fragen Sie danach, wievie Prozent der Vertriebsmitarbeiter Ihre Vorgaben im letzten Jahr er-
reicht haben (100 % Club)
Für eine Verhandlung legen Sie vorher fest, welche Punkte für Sie entscheidend sind, wo Sie
mit sich reden lassen und was Ihnen nicht wichtig ist. Bleiben Sie bei
dieser Planung.
Nehmen Sie sich nach einen Angebot nicht mehr als fünf Tage Zeit, um anzunehmen oder
abzulehnen.
zum Inhalt
Überprüfen Sie, ob Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber auf einen Auflösungsvertrag einigen kön-
nen. Unter Umständen ist es ratsam einvernehmlich ein früheres Vertragsende zu vereinbaren
und im Gegenzug eine (evtl. steuerfreie) Entschädigung in Höhe eines Bruttomonatsgehaltes
zu vereinbaren. Das spart beiden Parteien Geld und gibt Ihnen evtl. die Chance bereits früher
anzufangen. Das muß in Ihrem Zeugnis stehen:
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Ihr Name und Geburtsdatum
Dauer der Beschäftigung von/bis
Stellenbezeichnung bzw. ausgeübte Funktion
Die wesentlichen (!) Schwerpunkte der Tätigkeit
Ihre Verantwortung, ggf. Vertretungsbefugnisse, Zeichnungsberechtigung,
Prokura etc.
Wechsel innerhalb des Unternehmens (mit Datum), ebenso Versetzungen,
Beförderungen o.a.
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Darüber hinaus gibt es keinen Zwang für weitere Inhalte. Es gebietet jedoch der gute Stil, daß
auch folgende Inhalte nicht fehlen:
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besonders hervorzuhebende Leistungen
Ihre Stärken in Bezug auf die Ausübung Ihrer Tätigkeit
persönliche Merkmale
der Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses (nicht bei Entlassung
oder statt dessen erfolgter Auflösung des Vertrages) bzw. der Grund für die
Erstellung des Zeugnisses, z.B. Wechsel in einen anderen Unternehmensbereich
eine zukunftsweisende Abschiedsformel (" zu unserem Bedauern ... für die Zu-kunft wünschen wir ..." o.ä.)
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In den vergangenen 30 Jahren hat sich in Deutschland eine Geheimsprache bei der Zeugnis-
formulierung als bedauernswerte Unsitte eingeschlichen. Inzwischen gibt es ganze Regale voll
mit schriftlichen Ratgeber, die vorgeben diese Codes entschlüsseln zu können. Dummer Wei-
se widersprechen Sie sich in wesentlichen Teilen. So ist z.B. strittig ob die beliebte Formulie-
rung "zu unserer vollsten Zufriedenheit" gegenüber "zu unserer vollen Zufriedenheit" schlech-
ter, weil offensichtlich übertrieben oder besser zu werten sei.
Am besten Sie bitten Ihren Arbeitgeber folgende Formulierung vor dem Schlußsatz einzufü-
gen: "Dieses Zeugnis enthält keine verschlüsselten Formulierungen (GewO
§113, Abs. 3). Eine Interpretation im Sinne einer "Zeugnissprache" würde die Aussage dieses
Zeugnisses nicht im Sinne der Verfasser wiedergeben."
Ihr EDV- (Berufs-)Profil
Diese Aufstellung entspricht in vielen Dingen dem Lebenslauf. Nur sollen hier ihre
beruflichen Stationen um die wichtigen Tätigkeiten und Kenntnisse ergänzt werden. Das heißt diese
Punkte werden hier so ausführlicher behandelt, daß Ihr zukünftiger Vorgesetzter sich ein Bild über Ihre
fachlichen Fähigkeiten machen kann. So sollen hier z.B. Ihre Programmiersprachen aufgeführt werden.
Wenn sie mehrere Sprachen aufführen können, ergänzen sie diese mit einer Bewertung (z.B. sehr gut;
gut; Grundkenntnisse usw. oder durch die Anzahl der Jahre in denen Sie damit gearbeitet haben).
Wichtige, für die angebotene Aufgabe relevante Fakten, sollen Sie auf jeden Fall aufführen. Es kann
sich dabei um ein von Ihnen geleitetes "Projekt" oder um herausragende Verkaufserfolge handeln.
zum Inhalt
Beispiel eines EDV-Profils:
| 04.91-09.92 |
Müller Software Hamburg |
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Projektmanager |
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DV-Konzeptentwicklung für ein Trading-Framework bei XXXXX in Frankfurt |
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-Layer zwischen OS und Applikation
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-Bewertung und Auswahl der RDBM Systeme
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-Analyse eines Userinterfaces unter Berücksichtigung der MOTIF/X Event-Verarbeitung |
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-Analyse der Kommunikationsmöglichkeiten in Bezug auf Durchsatz- und Datensi-
cherheit
Hardware / Betriebssystem:
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-WX 200 / SINIX-ODT ; RS6000/AIX3.1 und PS/2 ; SCO-UNIX
Programmiersprache: C
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DB-Systeme:
-Sybase ; Oracle ; Informix ; Inges
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| 10.92 - 11.94 |
Mayer Consulting Frankfurt |
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Softwareentwickler |
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-Entwicklung eines Simulationsprogrammes von Datenübertragungsprotokollen
über Modem (V22/V22bis) und X25 Verbindungen
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-Datenbankanwendungen im Zahlungsverkehr erstellen
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-UNIX System-Tuning
Hardware / Betriebssystem:
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-PC/DOS ; IBM RS6000/AIX +PC / Novell 3.1 + AV400/DG-UNIX
Programmiersprache: C
DB-System: Oracle
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usw.
Neue Seite:
Kenntnisse und Erfahrungen:
| Datenbank Systeme: |
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Programmiersprachen: |
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Betriebsysteme: |
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| Oracle RDBMS & Tools |
7 Jahre |
Pascal |
5 Jahre |
UNIX |
9 Jahre |
| Sybase & |
2 Jahre |
C |
9 Jahre |
MS-DOS |
10 Jahre |
| Informix |
2 Jahre |
C++ |
1 Jahr |
VM/VSE |
2 Jahre |
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Windows |
2 Jahre |
Sonstiges:
| Anwendungs-Design und Programmierung |
9 Jahre |
| Projektmanagement |
2 Jahre |
| Pre- und Postsales Support |
2 Jahre |
Fremdsprachen:
Gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
zum Inhalt
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